Grundgedanken des Konzeptes „offener Kindergarten“
Offen zu arbeiten ist keine Masche , die sich wieder geben wird. Es ist antwortendes Verhalten auf heutige Kinder und somit situationsangemessenes Handeln.
- wir bieten einen günstigen Entwicklungsrahmen für heutige Kinder ( Antwort auf veränderte Lebensbedingungen)
- wir sehen das Kind als eigenständige Persönlichkeit mit bestimmten Entwicklungsbedürfnissen und Interessen
wir nehmen die uns anvertrauten Kinder ernst
- wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen ( kein Defizitmodell)
- wir fragen nach ihren Wünschen und Ideen und akzeptieren ihre Sichtweisen
- wir beteiligen die Kinder an der Planung von Aktivitäten und dem Setzen von Regeln
- wir lassen die Kinder ihre Probleme und Konflikte artikulieren und selbst lösen ( regelmäßige Sprechsteinrunden und viele Gespräche )
-wir lassen den Kindern größere Freiräume, so daß sie selbständig und eigenverantwortlich zu handeln lernen
- wir ermöglichen den Kindern durch erweiterte Freiräume einen größeren Entscheidungsspielraum
- wir muten den Kindern mehr Selbstverantwortung für ihr Lernen und ihre Zufriedenheit zu
- wir geben den Kindern viele Möglichkeiten zum erlebnissreichen Spielen ( Entwicklung und Lernen vollzieht sich bei Kindern hauptsächlich im Spiel, sei es im Freispiel oder durch Projekte; im Spiel erwirbt das Kind Kompetenzen, die es schulfähig machen )
- wir machen die Kinder mit den verschiedenen Spielräumen und - Möglichkeiten drinnen und draußen vertraut ( wir vergewissern und dabei immer wieder, daß die vermittelten und mit den Kindern erarbeiteten und abgesprochenen Regeln, eingehalten werden; Rufbereitschaft , regelmäßiger Sichtkontakt und die Berücksichtigung der Fähigkeiten des einzelnen Kindes sind in jedem Fall selbstverständlich
- Kinder sind Akteur ihrer eigenen Entwicklung , wir sind Unterstützer und Helfer
- Thema Aufsichtspflicht
- das gebotene Maß der Aufsicht ist immer situationsbezogen
- bei der Aufsicht ist immer das Ziel der Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu beachten , außerdem darf das Kind nicht in seinen Rechten auf die Ausschöpfung seiner Erfahrungsmöglichkeiten eingeschränkt werden
Lebensbedingungen heutiger Kinder und mögliche Konsequenzen für die Kindergartenarbeit:
- statt Leistungsstreß : Lust und Freude am Leben durch Spontaneität
- statt Konfliktscheu : Konfliktfreudigkeit mit weitestgehender Selbstregulierung
- statt enger Struktur: weite Struktur
- statt struktueller Gewalt . Flexible Strukturen und Entscheidungsräume
- statt Entwicklung eines Suchtcharakters : Selbstgestaltung und Selbstentfaltung
- statt Überbehütung : mit Restrisiko leben
- statt Verkopfung : lebendiges und erlebbares Lernen
- statt vorgegeben Lernen : selbstbestimmtes Lernen
- statt Leistungsorientierung : Spielorientierung als kindgemäße Leistung
- statt reizarmer Umwelt : reizvolle und anregende Umgebung, drinnen und draußen ( viele Materialien, Natur, wenig Spielzeug, dafür Sachen zum Spielen )
- statt organisierte Zeit : selbstgestaltete Zeit
- statt Einengung in den Ausdrucksmöglichkeiten : vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten
- statt eingeschränkter Kontakte : vielfältige und selbstgestaltete Kontakte
- statt fehlender Freiräume : Ausweitung der Freiräume
- statt Abhängigkeit von Erwachsenen mit ständiger Aufsicht : Möglichkeit des Spielens ohne ständige Aufsicht durch Erwachsene
- statt Objekt der Erziehung : Subjekt eigener Entwicklung ( Rücknahme des Erziehenwollens)
- statt Anpassung : Entfaltung zur selbständigen Persönlichkeit mit Eigensinn und sozialer Kompetenz
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